Die Liebfrauenschulen arbeiten noch enger zusammen

Der Ort war symbolträchtig gewählt: In der bisher schon gemeinsam genutzten Schüler-Lehrer-Bibliothek, inmitten der mehr als 10.000 schuleigenen Bücher, umrahmt von einer Gruppe von Schülerinnen, unterzeichneten Gabriele Halfmann und Bernd van Essen die Kooperationsvereinbarung der beiden Gelderner Liebfrauenschulen.

Was mancher im Südkreis nicht so recht weiß: Realschule und Berufskolleg tragen zwar denselben Namen, sind Schulen in Trägerschaft des Bistums Münster und sind beide an der Weseler Straße beheimatet. Dennoch ist jede für sich völlig eigenständig. „Wir haben natürlich auch bisher schon gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet“, betont die Leiterin der Realschule, Gabriele Halfmann. Aber in Zukunft soll alles noch besser werden. Die Schülerschaft wird es freuen, denn die enge Verzahnung soll ihr zugutekommen.

Innerhalb eines 10-Punkte-Kataloges, an dessen Formulierung für das Berufskolleg Irmtrud Reilmann und für die Realschule Birgitta Stephanus maßgeblich beteiligt waren, nimmt der Gedankenaustausch zwischen den Lehrern beider Schulen einen zentralen Stellenwert ein. Bernd van Essen, Schulleiter unseres Berufskollegs, nennt eine Vorgabe: „Vor allem in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik wird in regelmäßigen Abständen ein fachlicher Austausch zwischen den betroffenen Fachkollegen stattfinden.“

Das ist zweifellos eine so genannte Win-Win-Situation, aus der beide Partner Nutzen ziehen. Gabriele Halfmann: „Unsere Kollegen erfahren somit direkt, welche konkreten Anforderungen unsere Realschülerinnen beispielsweise für den Besuch der Fachoberschule oder des Beruflichen Gymnasiums mitbringen müssen und können diese daher genauer als bisher darauf vorbereiten.“ Die Lehrer des Berufskollegs werden im Gegenzug im Detail darüber informiert, welche fachlichen Inhalte in den aktuellen Bildungsplänen der Sekundarstufe I stehen, um dadurch schülerzentriert den Übergang von Schülern auf das Berufskolleg zu optimieren.

Apropos Übergang auf das Berufskolleg: Schülerinnen der Liebfrauenrealschule wird in Zukunft unter Berücksichtigung der schulischen Leistungen ein Schulplatz in unserem Berufskolleg garantiert. Bernd van Essen: „Durch diese Zusage möchten wir Eltern, die ihre Tochter für die Klasse 5 der Liebfrauenrealschule anmelden, das Signal geben, dass nach der 10. Klasse eine Tür weiter, bei uns am Berufskolleg, sinnvoll auf dem Mittleren Schulabschluss der Realschule aufgebaut werden kann.“

Damit die Realschülerinnen möglichst anschaulich erfahren, welche Weiterqualifizierungen bei uns möglich sind, erhalten sie rechtzeitig Einblicke in den Unterricht unserer Bildungsgänge. „Unterrichtshospitationen“ heißt hier das Zauberwort, zu denen die Realschülerinnen eingeladen werden.

Darüber hinaus beinhaltet die Vereinbarung beispielsweise, dass weiterhin einvernehmlich die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten wie Aula, Kapelle, Meditations- und Fachräume genutzt werden. Auch im Bereich der Nachmittagsangebote ist an eine Zusammenarbeit gedacht.

Text und Foto: Ewald Hülk


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