Präventions-Theater gegen sexuelle Übergriffe

Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen sind keine Einzelfälle. Nicht zuletzt die Missbrauchsfälle bei einer Jugendfreizeit auf Ameland im Jahr 2010 haben das Projekt „GRENZGEBIETE“ angestoßen, welches am 6.3.2014 ab 9 Uhr exklusiv für die FSP kostenlos, weil vom Land finanziert, in unserer Aula aufgeführt wird!

Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen geschehen in der Schule, im Sportverein, auf Partys, in Wohngruppen, zu Hause. Oft kennen Täter und Opfer einander. Sie flirten vielleicht, haben eine Verabredung gehabt oder eine Beziehung angefangen – bevor die Situation gekippt ist. Ein „Date Rape“, also ein sexueller Übergriff in einer Beziehung, beginnt oft in gegenseitigem Einvernehmen. Aber wenn aus einem Flirt eine aggressive Anmache wird, ist das der Zeitpunkt für ein klares „Nein“. Gegenüber dem Flirt oder Freund fällt dies oft besonders schwer.

Viele jugendliche Täter üben sexuelle Gewalt im Kontext von Gruppenaktivitäten aus. Zwangsküssen, Eierkneifen, Strip-Poker, Gangbang – im Umfeld der Clique werden Jungen und Mädchen zu Handlungen gezwungen, die nur den Tätern „Spaß“ machen. Häufig wissen auch Unbeteiligte Bescheid. Dennoch ist es unter dem sozialen Druck in der Gruppe schwer, über solche Demütigungen zu sprechen.

Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen wird in der öffentlichen Wahrnehmung häufig verharmlost. Dabei wird ein Drittel aller Fälle von sexuellem Missbrauch von kindlichen oder jugendlichen Tätern begangen. Etwa 60 % der befragten Mädchen zwischen 17 und 20 Jahren haben Erfahrungen mit Erpressungen, Drohungen oder gewaltsamen sexuellen Handlungen. Auch Jungen sind von sexueller Gewalt durch Gleichaltrige betroffen.

Das Theaterprogramm „Grenzgebiete“ mit sich an das Theaterstück anschließender Workshopphase soll die angehenden Erzieherinnen und Erzieher sensibel dafür machen, sexuelle Übergriffe rechtzeitig zu erkennen, zu benennen und zu verhindern.

Text: Barbara Roghmanns


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