Ein Kochkurs aus dem Adventskalender
An dieser Stelle sei einmal ein großer Dank der Redaktion der Rheinischen Post, Ausgabe Gelderland gesagt. Im zu Ende gehenden Schuljahr begleitete sie mehrfach sehr professionell unser Schulleben mit qualifizierten Artikeln. Ein gutes Beispiel ist auch der Bericht von Ayisha Noor Malik, die sich ausführlich einem Inklusionsprojekt unserer Fachschule für Heilerziehungspflege widmet (Erscheinungsdatum 22. Dezember 2025)
Studierende der Fachschule für Heilerziehungspflege der Liebfrauenschule
verbrachten einen gemeinsamen Vormittag mit Förderschülern der
Don-Bosco-Schule in Geldern. Es wurde gebacken, gebastelt und musiziert.
Von Ayisha Noor Malik
Backen, Singen und Basteln: Studierende der Fachschule für Heilerziehungspflege des Liebfrauen-Berufskollegs in Geldern verbrachten jetzt einen adventlichen Vormittag mit einer Klasse von zwölf Kindern der Don-Bosco-Förderschule.
Zu Beginn sangen die Studierenden, Lehrer und Kinder gemeinsam Weihnachtslieder, die einige Studierende auf der Gitarre begleiten. Das Gitarrespielen haben sie im Musikunterricht bei Julia Karsten gelernt. „Dadurch sollen sie etwas an die Hand bekommen, um bei den Einrichtungen, in denen sie später eingesetzt werden, Musik einbringen zu können. Denn: Musik verbindet“, sagt sie.
Die Kinder sangen kräftig mit und freuten sich über den Tag, den sie hier gemeinsam verbringen durften. Von dem Ausflug zum Berufskolleg hatten sie erst am Morgen erfahren. Dieser war als Überraschung im zehnten Türchen ihres Klassen-Adventskalenders geplant gewesen.
Neben dem Musizieren konnten Kekse gebacken, Gläser dekoriert, Kochmützen gebastelt und Papiertütchen bemalt werden. Die Studierenden halfen den Kindern bei den Schritten und motivierten sie dazu, Aufgaben selbstständig zu erledigen. So wurde fleißig Teig verknetet, Schokoladenstückchen wurden untergerührt und Kekse ausgestochen. Die Kreativstationen hielten eine große Auswahl an Material parat – wie Sticker, Steinchen und viele bunte Stifte. So konnten sich die Kinder kreativ austoben.
Für den Fall, dass es den Kindern zu viel oder zu laut wurde, gab es auch einen kleinen Ruheraum. „Wir wollen den Kindern einen Rückzugsort bieten“, sagte die Studierende Janna-Felina Jentjens. Sie hat die Ausbildung an der Fachschule für Heilerziehungspflege vor vier Monaten begonnen. „Die Arbeit ist sehr spannend und vielfältig. Man bekommt viel zurück.“ Besonders die Teamarbeit gefällt ihr gut. „Für mich fühlt sich das nicht nach Arbeit an. Man verbringt Zeit mit den Leuten. Das macht mich glücklich“, so Jentjens.
Die Lehrer hätten die Studierenden bei der Aktion unterstützt. Es gab auch einen konkreten Plan für den Tag der gemeinsamen Aktion mit den Don-Bosco-Kindern, allerdings müsse man bei der Umsetzung eines Inklusionsprojektes immer flexibel bleiben, erklärte die Studierende. „Für die Kinder ist das alles etwas ganz Besonderes“, sagte Janna-Felina Jentjens.
Die Aktion ist aber nicht nur für die Kinder der Don-Bosco-Schule wichtig, die trotz ihrer Einschränkungen in lebenspraktischer Bildung gefördert werden, sondern hilft auch den Studierenden selbst. Denn diese lernen, wie sie größere Gruppen anleiten und zugleich Hemmungen überwinden können.
Auch Judith Holtmanns hat die Ausbildung vor vier Monaten begonnen. „Ich finde das einfach schön. Man bekommt etwas zurück“, sagt die Studierende. „Viele denken bei Pflege direkt an Klischees, aber es ist so viel mehr.“ Sie habe schnell gemerkt, wie wichtig Spontanität in ihrem Beruf sei. „Es ist manchmal schwierig, Theorie in der Praxis umzusetzen. Praxis ist ganz anders. Es ist realitätsnäher“, so Holtmanns. Von den Stationen, die die Studierenden für die Kinder der Don-Bosco-Schule vorbereitet hatten, erhoffen sie sich, dass die Kinder in kurzer Zeit viel mitnehmen konnten.
Neben Julia Karsten, die vor vier Jahren das erste Mal ein gemeinsames Singen mit einer Klasse der Don-Bosco-Schule veranstaltete, hat diesmal auch Rebekka Malzkorn auf Lehrerseite bei diesem inklusiven Projekt mitgewirkt. Sie ist Lehrerin für Ernährung und Hauswirtschaft und hat die Kooperation so erweitert, dass zum ersten Mal neben dem Singen auch das Backen und Basteln auf dem Programm standen.
Marvin Hombach ist der Klassenlehrer der Förderklasse, die jetzt das Berufskolleg besucht hat. Er war zum ersten Mal bei der Aktion dabei. „Ich wäre gerne bereit, das nochmal zu machen. Ich finde das sehr schön. Die Kinder lassen sich auf alles ein. Sie backen, dekorieren und basteln“, freute er sich. Auch Andreas Mäteling verfolgte den Vormittag motiviert. „Es ist wichtig, dass wir das Miteinander fördern“, sagte der Bildungsgangleiter und Mitglied der Erweiterten Schulleitung. „Das nehmen alle mit: Das Gefühl, dass man gemeinsam einen schönen Vormittag verbringen kann.“
Zum Abschluss wurde noch einmal zusammen gesungen und eine Geschichte vorgelesen. Dieses Mal durften sich auch die Kinder an den Gitarren probieren. Als Geschenke gab es Kochmützen, Schürzen, Keksgläser und Rezepthefte, die die Kinder mit nach Hause nehmen durften.
Text: Ayisha Noor Malik (für die RP am 22. Dez. 2025)
Fotos: Andreas Mäteling









