Du bist ein Geschenk!
Die Schülerinnen und Schüler aus der AH/13S1 hatten gemeinsam mit Religionslehrerin Frau Heintze einen adventlichen Gottesdienst vorbereitet, der sehr zum Nachdenken anregte.
Als die Schülerinnen und Schüler die kleinen hochwertigen Geschenkdöschen öffneten, die auf ihren Plätzen in der Maria-Magdalena-Kirche standen, entdeckten sie dort drinnen einen kleinen Spiegel, auf dem sie ihr eigenes Gesicht sahen. „Du bist ein Geschenk!“ lautete daher völlig passend das Motto des Gottesdienstes, den die AH/13S1 gemeinsam mit ihrer Relilehrerin und Schulseelsorgerin Frau Heintze vorbereitet hatte.
„Was aber macht mich zu etwas Einzigartigem, zu einem Geschenk für die anderen?“, fragte Schülerin Priya Kaur die Schulgemeinschaft. Frau Heintze und Schülerinnen der Klasse gaben auf diese Frage gute Argumente, die von der Klasse zuvor zusammengetragen und an einem größeren Spiegel fixiert worden waren: „freundlich“, „voller Energie“, „lustig“, „hilfsbereit“, „aufmerksam“ waren da nur einige der vielen Eigenschaften, die in einem starken Kontrast zu dem stehen, wie Schüler sich oft selbst empfinden, als Menschen nämlich, die vielfältige Ängste haben und Leistungsdruck und Versagen spüren.
Pastor Christian Olding ordnete diese Impulse dann in einen gesellschaftlichen und christlichen Kontext ein. Er formulierte dabei, dass man hierzulande eine „Kultur des Mangels“ lebe. Es fehle an allen Ecken und Kanten, zum Beispiel an Frieden und im wirtschaftlichen Bereich. Die Folge davon sei ein Gefühl, dass man nicht genüge.
Diesem Gefühl setzte er die Personen Adam und Eva entgegen. Sie lebten, wie sie geschaffen waren, nämlich nackt. Nichts hätten sie verbergen können. Das sei das Prinzip gewesen, wie der Mensch geschaffen sei. Erst Scham würde dazu führen, sich bedecken zu müssen. Durch das Feigenblatt sei man dem anderen nicht mehr ausgeliefert.
Sein Appell war im folgenden klar formuliert: „So, wie du bist, bist du gut. Du musst dich nicht beweisen. Du genügst, wie du bist!“ Und der Mensch sei auch schön, wie er sei, ästhetisch ein Meisterwerk ohne Cremes und Fitness-Studio. Und er führte weiter aus: „Das ist das, was sich die Christen unter dem Wert des Menschen vorstellen!“
Abhanden gekommen sei jedoch die Ehrfurcht, die Ehrfucht vor dem Menschen. Darauf fusste dann sein Appell: Man müsse sich die Ehrfurcht, ein für sich genommen altmodischer Begriff, zurückerobern. Das schließe vor allem auch die Ehrfurcht vor Menschen ein, die ganz anders als man selbst seien. Auch sie seien ein Geschenk. Das sei das, was letzten Endes das Geschehen an der Krippe lehre: eine Kultur der Mitmenschlichkeit. Schließlich hätten sich damals unterschiedlichste Menschen auf den Weg nach Bethlehem gemacht, von Bettlern bis hin zu den Königen.
Pastor Olding fragte daher abschließend. „Sind die Menschen bereit, sich 2025 darauf einzulassen, zuzuhören und den anderen zu verstehen statt ihn zu beurteilen, sind sie bereit daran zu glauben, dass es der andere gut meint und auch versucht, sein Bestes zu geben statt über ihn zu lästern?“
Musikalisch hochwertig begleitet wurde der Gottesdienst durch die Band unter der Leitung von unserem Musiklehrer Marius Janßen. Der Applaus am Ende des Gottesdienstes war ihnen gewiss.
Vielfachen Applaus gab es aber auch während der Weihnachtswünsche, die unsere stellvertretende Schulleiterin Frau Ridderskamp am Ende des Gottesdienste formulierte. Sehr detailliert ging sie dabei auf die zahlreichen, dank des Engagements der Schülerinnen und Schüler sowie der Studierenden durchgeführten erfolgreichen Aktionen in der LFS ein. Auch dieser Dank passte daher zum Thema des Gottesdienstes: „Du bist ein Geschenk!“
Text und Fotos: Ewald Hülk




