Laufen bis nach Afrika

Kurz vor den Weihnachtsferien luden die Sportabiturienten aus der AH/13F zu einem Sponsorenlauf ein. Der Erlös kommt tansanischen Jungen und Mädchen zugute, die in den beiden Kinderdörfern des Amani-Kinderdorfvereins e.V. leben.

Exakt 7195 Kilometer und 90 Meter Luftlinie sind es von Geldern bis ins tansanische Amani-Kinderdorf Kilolo. Diese Zahl spuckt jedenfalls ein seriöser Entfernungsrechner aus dem Internet aus. Wie schön wäre es doch, mag da so mancher Träumer im Dezember an der Liebfrauenschule gedacht haben, wenn beim winterlichen Sponsorenlauf unseres Berufskollegs zugunsten der dortigen Kinderdörfer alle Schüler der LFS zusammengerechnet diese Strecke, quasi symbolisch als gedachter Staffellauf von Deutschland bis südlich des tansanischen Kilimandscharo, zurücklegen würden.

So hehr dieses Ziel auch war. Erreicht wurde es am 18. Dezember bei dem Event, das die Schülerinnen und Schüler aus der AH/13F mit ihrer Sportlehrerin Vanessa Finger gewissenhaft vorbereitet hatten, natürlich nicht. Dennoch war der Tag ein voller Erfolg: Die von den Schülerinnen und Schülern sowie den Studierenden unseres Berufskollegs zurückgelegte Strecke war nämlich bewundernswert lang, reichte sie doch auf alle Fälle über die Alpen und das Mittelmeer bis hin nach Nordafrika. Und das Gute daran: Es kam dank der Sponsoren aus Familie und Freundeskreisen für jede gelaufene Runde eine erkleckliche Summe zusammen, die den Kindern in den Amani-Kinderdörfern in Kilolo und Kitwiru nun zugutekommt.

Schon rund 20 Jahre unterstützt unsere Schule den Verein Amani-Kinderdorf e.V., zu dem gerade auch dank einiger unserer Lehrerinnen wie zum Beispiel Frau Brückner ein enger Kontakt besteht, so dass wir wissen, dass jeder Cent wirklich in Tansania ankommt und dort Gutes tut. Die zwei Dörfer, die vom Verein betreut werden, bieten den Kindern, die vielfach auch Waisen sind, ein familiäres Zuhause, Sicherheit und Geborgenheit, fordern aber auch Pflichten wie Hausarbeit und Wasserholen ein. Was besonders wichtig ist: Die Jungen und Mädchen erhalten dort eine fundierte Bildung, die zweifellos die Basis für eine gute ökonomische und soziale Absicherung in dem vielfach von Armut geprägten Land ist.

Aber auch ein weiterer Gedanke war an diesem Tag den Schülerinnen und Schülern aus der AH/13F wichtig: Wie wohl kaum eine andere Veranstaltung stehen Olympische Spiele in den großen Metropolen der Welt dafür, dass Sport die Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Konfession und Gesinnung eint. Aber auch der Sponsorenlauf unserer angehenden Sportabiturienten im beschaulich-kleinen Geldern hatte eine Idee, die trotz der großen Entfernung verbindender kaum hätte sein können: Der Erlös aus dem Lauf, eine Summe im vierstelligen Bereich, soll Sportmaterialien in den tansanischen Kinderdörfern zugutekommen.

Für dieses Ziel war unseren Schülerinnen und Schülern sowie den Studierenden keine Mühe zu viel: Sie liefen die rund 800 Meter lange Runde ausgehend vom Sportplatz – einige nur drei- oder viermal, viele aber natürlich weitaus öfter, wiederum einige im normalen Sportdress, andere hingegen weihnachtlich kostümiert.

Genau deshalb sei am Ende dieses Artikels etwas Pathos dann doch erlaubt: Trotz der winterlichen Frische in Deutschland konnte es einem angesichts der vorweihnachtlichen körperlichen Ertüchtigung unserer Schülerschaft nur warm ums Herz werden, so warm, wie’s im sonnigen Tansania etwas südlich des Äquators auch im Dezember ist!

Texte und Fotos: Ewald Hülk

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Am Ende des Tages sei vielen Dank gesagt:
– den Schülerinnen, Schülern und Studierenden, die sich nicht gescheut haben, die Runden zu laufen,
– den Gruppen, die sich für das Laufen adventlich kostümiert hatten,
– den „Sponsoren“, die für jede Runde eine Geldsumme gespendet haben,
– Liv Giesen, die nach einem Freiwilligenjahr in Tansania von ihren dortigen Erfahrungen berichtete,
– den Mitgliedern des Amani-Kinderdorf e.V., die beim Sponsorenlauf anwesend waren und zum Teil sogar sportlich flott unterwegs waren und auch ihre Runden drehten,
– REWE Fischer aus Geldern wegen der großzügigen Spende an knackigen Äpfeln, nährstoffreichen Bananen und energiereichen Müsliriegeln
und last, but not least:
– den angehenden Sportabiturientinnen und -abiturienten aus der AH/13F und der Sportlehrerin Frau Finger, die gemeinsam für die perfekte Organisation des Sponsorenlaufes incl. Aufwärmprogramm gesorgt hatten und darüber hinaus auch mit leckeren Crêpes und knackigen Würstchen für das so genannte leibliche Wohl sorgten.


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