Drama Baby und mehr: Theaterpädagogischer Workshop für angehende Heilerziehungspfleger/innen
In unserer Blockwoche im Anerkennungsjahr durften wir Berufspraktikant/innen der Fachschule für Heilerziehungspflege einen ganz besonderen Tag erleben: einen theaterpädagogischen Projekttag unter der Leitung von Frau Hassels. Schon nach wenigen Minuten war klar, dass uns kein gewöhnlicher Unterrichtstag erwartete, sondern ein spannender Einblick in eine Arbeitsweise, die Kreativität, Bewegung und pädagogisches Handeln auf einzigartige Weise verbindet.
Zu Beginn erklärte uns Frau Hassels, welche Haltung eine Spielleitung im Theater einnimmt. Dabei ging es nicht nur um Methoden, sondern vor allem darum, wie wir Menschen begegnen: offen, wertschätzend und aufmerksam. Viele von uns erkannten sofort, wie eng diese Haltung mit unserem zukünftigen Beruf in der Heilerziehungspflege verknüpft ist.
Im Anschluss tauchten wir direkt in die Praxis ein. Wir bewegten uns frei durch den Raum, spielten mit Körpersprache, wechselten Emotionen, schlüpften in unterschiedliche Rollen und arbeiteten mit Requisiten, die wir bewusst zweckentfremdet nutzten. Schnell wurde klar, wie viel Ausdruckskraft in kleinen Gesten, Haltungen oder Blicken steckt. Die Übungen ließen uns nicht nur über uns selbst staunen, sondern führten auch dazu, dass wir als Gruppe enger zusammenrückten und mutiger wurden, Neues auszuprobieren.
Besonders beeindruckend war für uns, wie stark theaterpädagogische Methoden Menschen mit Behinderung unterstützen können. Viele der Übungen stärken Selbstbewusstsein, fördern Mut und ermöglichen neue Wege, Gefühle und Gedanken auszudrücken. Theater schafft einen Raum, in dem Menschen wertfrei experimentieren dürfen, einen Raum, in dem sie gesehen werden und wachsen können. Genau diese Erfahrungen machen theaterpädagogische Ansätze zu einem wertvollen Werkzeug in der Heilerziehungspflege.
Für uns war dieser Projekttag weit mehr als nur eine Abwechslung im Schulalltag. Er hat uns gezeigt, wie kreativ pädagogische Arbeit sein kann und wie viel Potenzial in Methoden steckt, die Bewegung, Ausdruck und Begegnung miteinander verbinden. Gleichzeitig haben wir zahlreiche Impulse für unsere spätere berufliche Praxis erhalten und gemerkt, wie bereichernd es ist, Lerninhalte nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern sie wirklich zu erleben.
Der theaterpädagogische Tag mit Frau Hassels bleibt uns als inspirierende Erfahrung in Erinnerung. Es hat unseren Blick auf pädagogische Arbeit erweitert und uns ermutigt, kreative Methoden zukünftig bewusst einzusetzen, im Sinne einer lebendigen, zugewandten und selbstwirksamkeitsfördernden Heilerziehungspflege.
Text: Laura Vedder (HEP/B)
Fotos: Johanna Schwitalla (HEP/B)




